Ergotherapeutin mit Säugling

Ergotherapie mit Säuglingen

Die Behandlung von Säuglingen und Kleinkindern bis 3 Jahren, stellt in der Ergotherapie einen Spezialbereich dar. Meist ist ein hoher Leidensdruck vorhanden, da sich oftmals der Alltag als schwierig gestaltet.

Die Eltern spüren, dass ihr Kind irgendwie „anders“ ist oder bekommen von ihrem Umfeld mitgeteilt, dass das Kind „schwierig“ sei. Dies erzeugt bei allen Beteiligten - den Eltern, den Betreuungspersonen, dem Umfeld, aber auch beim Kind, oft über Jahre anhaltende Stresssituationen. Vielmals besteht die Hoffnung, dass sich die Schwierigkeiten „herauswachsen“.

Häufig erfüllt sich diese Hoffnung leider nicht und die Probleme eskalieren dann im Kindergarten oder in der Schule, weil die Kinder die Alltagsanforderungen nicht mehr bewältigen bzw. kompensieren können.

Kolibri als AufzählungspunktErgotherapie Allgemein

Befundung

Geschulte ErgotherapeutInnen erkennen durch ihre Befundung, schon im Säuglingsalter, Auffälligkeiten, die einer spezifischen ergotherapeutischen Behandlung bedürfen. Je früher das Kind in diesem Fall eine Therapie erhält, desto mehr Entwicklungsmöglichkeiten hat es für sein späteres Leben. Häufig können durch eine rechtzeitig gestartete Ergotherapie, langfristig gesehen, langwierige und kostenintensive Dauertherapien reduziert oder sogar abgewandt werden. Der weitere Vorteil liegt bei der Alltagserleichterung für alle Beteiligten.

Welche Alltagsschwierigkeiten könnten vorhanden sein?

Schlafprobleme
• Einschlafen ist kaum bzw nur sehr schwer möglich
• Einschlafen funktioniert ausschließlich, wenn das Kind viel bewegt wird (zB nur wenn es im Kinderwagen gefahren wird)
• häufiges oder leichtes Aufwachen (bei jedem kleinsten Geräusch)
• Schlafrhythmus wird nicht gefunden

Essen
• Essensverweigerung: Verweigert bestimmte Nahrungsmittel, Konsistenzen, Essen muss bestimmte Temperatur haben, Essen darf nicht vermischt sein
• Umstellung auf andere Konsistenzen ist schwierig (zB von Breikost auf feste Nahrung)
• kann nicht richtig an der Brust oder am Flaschensauger saugen
• saugt zu stark oder möchte ständig an Brust oder Schnuller saugen

Verhaltensauffälligkeiten
• reagiert übermäßig gestresst auf Veränderungen
• rasche Stimmungsschwankungen, oft gereizt oder unzufrieden
• lässt sich kaum beruhigen („Schreibabies“)
• Angst oder Abwehr bei Bewegungen
• Angst oder Abwehr bei Berührungen, will vieles nicht berühren

Motorische Entwicklung / Spielentwicklung
• Bewegungsübergänge fallen schwer
• kommt von selbst nicht in höhere Positionen (zB von Bauchlage in Sitzposition)
• vermeidet bestimmte Bewegungen
• spielt wenig oder immer das Gleiche

Diese Aufzählungen dienen als Beispiele und sind nicht vollständig. Weiters sind dabei immer verschiedene Komponenten mit zu berücksichtigen. Sollten Sie diesbezüglich unsicher sein, scheuen Sie sich nicht davor, Ihr Kind bei einer Ergotherapeutin abklären zu lassen – im Idealfall kommt raus, dass das Kind normal entwickelt ist. Sollten doch Auffälligkeiten auftreten, ist es wichtig, zum frühestmöglichen Zeitpunkt mit der Therapie zu beginnen.

 

Wie sieht Therapie in diesem Fall aus?

Je nach Befundergebnis und Fragestellung wird das Kind direkt therapiert. Zusätzlich ist ein essenzieller Teil der Therapie, die Eltern zu beraten und in die Therapie miteinzubeziehen. Viele Alltagssituationen lassen sich oft schon durch kleine Veränderungen wesentlich stressfreier für alle Beteiligten gestalten.

 

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„Hilf mir es selbst zu tun“

Maria Montessori

Viele Alltagssituationen lassen sich oft schon durch kleine Veränderungen wesentlich stressfreier für alle Beteiligten gestalten.